Maschinenringe Deutschland GmbH

Gespinstmotte

Datum: Freitag, 2. Juli 2010

Traubenkirsche_Gespinstmotte

Beim Spaziergang in der freien Natur, oder eventuell auch im eigenen Garten, fallen Ihnen derzeit vielleicht in dichte weiße Netze eingesponnene Bäume und Sträucher auf, geradezu gespenstisch sieht das aus.

Nicht Christo war hier am Werk, vielmehr sind die meist vollständig eingehüllten Gehölze von den Raupen der Gespinstmotte so kunstvoll eingepackt worden.

Erst einmal schießt der Gedanke in den Kopf: Der Baum ist kaputt, er wird bestimmt nicht mehr grün und muss sofort gefällt werden. Doch das ist nicht notwendig. Auch wenn das Befallsbild noch so dramatisch aussieht, das Gehölz wird sich wieder erholen. Sollte jedoch ein Obstbaum das Opfer gewesen sein, fällt die Ernte in diesem Jahr leider aus.

In den weißen Gespinsten verbergen sich die Raupen dieser Schmetterlingsart. Sie sind hier gut geschützt und können ihren immensen Hunger stillen. Nicht selten wird der befallene und eingesponnene Baum komplett kahl gefressen, der augenscheinliche Schaden scheint enorm.

Entsprechend der vorherrschenden Gespinstmottenarten können Schäden an Apfel, Weißdorn, verschiedenen Kirsch-Arten wie z.B. Süßkirsche, Traubenkirsche oder Schlehe, Pfaffenhütchen oder an anderen Sträuchern, Hecken oder auch Zierpflanzen vorkommen.

Trotz Kahlfraß erholen sich viele Gehölze im selben Jahr wieder rasch durch einen Neuaustrieb.

Der Schlupf der Falter erfolgt im Sommer, somit je nach Art unterschiedlich etwa in den Monaten Juni bis August. Nach der Begattung erfolgt die Eiablage in Form flacher, schuppenartiger Gelege an der Rinde von Trieben und Zweigen ihrer Wirtspflanzen. Die Gelege werden zum Schutz von dem Weibchen mit einem Sekret überdeckt, das schnell verhärtet. Ein Gelege enthält durchaus 40 - 80 Eier. Die innerhalb von wenigen Wochen schlüpfenden Raupen durchbeißen die unterste Sekretschicht, lassen jedoch die oberste Schicht unversehrt und überwintern als winzige Jungraupe unter diesem Sekretmantel. Mit Hilfe einer Lupe lassen sich diese dunkel gefärbten Eischilde gut erkennen. Im zeitigen Frühjahr werden die Tiere wieder aktiv. Häufig minieren die Raupen zuerst in den jungen Knospen und Blättern, beginnen dann jedoch rasch mit einer Gespinstbildung, in der sie als Gruppe den Fraß fortsetzen. Etwa im Juni erfolgt die Verpuppung am Baum innerhalb dieser Gespinste, wobei die Puppen hier locker verteilt angeordnet sind. Die Verpuppung erfolgt meist in weißen, undurchsichtigen Kokons. Innerhalb von wenigen Wochen schlüpfen dann die Falter; die Tiere vollziehen somit nur eine Generation pro Jahr.

Eine rechtzeitige Bekämpfung ist stets zu empfehlen. Einfach und effektiv zugleich ist das Entfernen der besiedelten Gespinste, wenn möglich im frühen Stadium, um den Schaden soweit wie möglich zu reduzieren.

Wenn der Befall zu weit fortgeschritten ist, kann durch Schnittmaßnahmen nicht mehr geholfen werden. Eine chemische Bekämpfung ist dann nicht sinnvoll, da die Raupen im dichten Gespinst gut geschützt sind.

Als natürliche Regulatoren sind in erster Linie insektenfressende Vögel zu nennen (gegen die Falter und Raupen) als auch räuberisch lebende Wanzen (gegen die Eier und Raupen). Insbesondere ein Massenauftreten regelt sich durch das Auftreten von Parasiten und Krankheitserregern häufig von alleine.

Hobbygärtner wenden sich bitte in Fragen zu einer möglichen und erlaubten Bekämpfung ebenfalls an ihr zuständiges Pflanzenschutzamt oder an die eventuell in ihrem Bundesland angesiedelte Gartenakademie.