Maschinenringe Deutschland GmbH

Ecoraster - und die Pferde fühlen sich pudelwohl

Datum: Donnerstag, 22. April 2010

Jochen Vogt


Der Betrieb von Jochen Vogt in Wadern/Saarland steht auf vielen Füßen – sind es doch zahlreiche Ertragszweige, aus denen Einkommen erzielt wird.

 

  

 

Neben Junghennenaufzucht, Lohnarbeiten, Acker- und Grünlandbau auf gut 100 ha befindet sich auch fast so viel Wald im Besitz des 33-jährigen Dipl.-Agraringenieurs, der auf einem 10 ha-Gebiet Damwild hält. Hinzugekommen ist 2006 die Haltung von Pensionspferden. 

 

Zu diesem Bereich kam Jochen Vogt eher durch Zufall: der Besitzer eines Reitstalls in der Nachbarschaft war verstorben, und so musste ein Ersatzbetrieb her. Vogt zögerte nicht lange, und stellte die „heimatlos“ gewordenen Tiere bei sich unter. So kam die aus der ehemaligen Pferdezucht des Vaters stammende Reithalle wieder zu Ehren: Maschinen, Heu und Stroh mussten woanders hin, und der Pferdestall wurde mit ein paar Eimern Farbe und einiger Arbeit fit gemacht, um Platz für die Tiere zu haben. Aus sieben sind nunmehr achtzehn geworden, und so können die Einnahmen daraus langsam die Lücke füllen, die der sinkende Fleischabsatz aus der Damwildhaltung mittlerweile leider verursacht. Doch Jochen Vogt ist nicht bange; seine Flexibilität und die räumlichen Möglichkeiten dazu lassen immer wieder neue Ideen Gestalt annehmen. Ende der 70er Jahre hatte die Damwildhaltung die Pferdezucht ersetzt, und nun geht es wieder zurück zum Pferd…

Die Pferdehalter sind überwiegend aus dem ländlichen Raum. Sie wissen ihre Tiere gut versorgt, legen aber keinen Wert auf viel Drumherum; man ist hier zum Reiten und nicht, um gesehen zu werden. Ein Problem war allerdings der Matsch auf der Koppel, in dem sich die Tiere gerne wälzten, eines davon so intensiv, dass es den Namen „Schuppenechse“ bekam.

 

Abhilfe sollte geschaffen werden. Deswegen wurde zunächst erwogen, den Platz zu nivellieren, drainieren und einzuebnen. Einer der Einsteller berichtete von „Matten“, die er an einem Paddock gesehen hatte. Gerade zum richtigen Zeitpunkt flatterte die Maschinenringzeitung MR-aktuell 4/2008 ins Haus, und Herr Vogt las darin einen Artikel über die Bodenbefestigung „ecoraster“ in der Pferdehaltung. Er fand das System interessant, holte Preis und Referenzen ein. Seiner Klientel unterbreitete er den Plan und warb um Unterstützung in Form eines höheren Beitrages. Keine Frage – alle waren dabei, und so ging es an die Planung. Dank kundiger Beratung durch die Herstellerfirma, was Rastertyp und Unterbau anging, entschied man sich schließlich für das E40, denn hierbei ist eine Deckschicht nicht unbedingt notwendig.

Im Herbst 2009 ging es dann ans Werk: die Oberschicht des 1000 m² großen Platzes wurde abgeschoben und dann geschottert mit 15 cm Auflage Körnung 0-32 mm ohne Lehmanteil. Schließlich das Verlegen: Dank der vorgesteckten Elemente aus Polyäthylen können 1,3 m² in einem Arbeitsgang aufgebracht werden, und dies bei einem Gewicht von nicht mal 7 kg. So war bereits nach einem Tag mit zwei Mann die gesamte Fläche ausgelegt, und zwar ohne aufgerissene Hände und Kreuzschmerzen. Dann wurde mit Steinsand Körnung 0-3 mm verfüllt und abgerüttelt.

Mittlerweile steht auch die Futterraufe auf dem Platz und wird mit dem Teleskoplader befüllt – auch das ist kein Problem für das Raster. Mit dieser Maschine und einem angebauten Besen „Megabroom“ SMB-9600 von der Fa. Sweep-Ex entfällt auch das „Ab-Äppeln“, also das Aufsammeln der tierischen Hinterlassenschaften. Das Gerät kann geschoben und gezogen werden, somit ist auch das Reinigen der Ecken leistbar.  

 

„Das war die richtige Entscheidung!“, so der Betriebsleiter heute, „…die Pferde fühlen sich pudelwohl!“ Auch der Hufschmied attestiert den beschlagenen Tieren weniger Anfälligkeit in Sachen Hufkrankheit, und die Barfußläufer schmirgeln sich am Raster ab. Durch die Elastizität haben die Tiere ein sicheres Trittgefühl. Von Pfützen keine Spur mehr – dank des durchlässigen Systems. Die Pferdehalter sind sehr zufrieden, und so können die Pferde auch im Winter ohne Probleme draußen sein. Am Verhalten der Tiere hat sich nichts geändert, außer dass bei „Schuppenechse“ kein Panzer mehr wächst… 

Der „Verband der MBR Saarland e.V.“ wird seit Anfang 2009 von Geschäftsführer Matthias Dörr geleitet und gliedert sich in die drei Bezirke St. Wendel, Ottweiler-Bliesgau und Untere Saar. Im letztgenannten ist die Familie seit Ewigkeiten Mitglied und Jochen Vogt der zweite Vorsitzende. Er hat schon in einigen Bereichen von den günstigen Konditionen für Mitglieder profitiert. So kauft er alle Autos über den MR ein, und auch sein Handyvertrag ist dank MR-Rahmenvertrag passend und günstig. Die Anschaffung eines mobilen Wiegesystems für den Teleskoplader wird ebenfalls erwogen und ist zu Sonderkonditionen über den MR erhältlich. Alles in allem eine runde Sache, die noch besser sein könnte, wenn mehr Mitglieder ihre „Spezialgeräte“ in die Vermittlungsliste aufnehmen lassen würden – so Jochen Vogt.