Früher waren die Winter immer kalt und die Sommer schön! Diesen Spruch haben wir doch allzu gerne auf den Lippen, wenn es darum geht, die aktuelle Wetter-Misere im Small Talk auf den Punkt zu bringen und unserem Frust freien Lauf zu lassen. Doch ist das wirklich so?! Dazu hier ein paar Denk- und Erklärungsansätze: Die Psychologen sagen, dass wir Menschen gerne das Unangenehme in der Vergangenheit ausblenden - nicht ohne Grund; es sei eine steinzeitliche Überlebensstrategie, die sich schon fast als Erbgut in unser Menschheitsgedächtnis eingebrannt hätte. Wie anders hätten wir sonst Naturkatastrophen überleben sollen und dezimierten Stammesfamilien Mut für den Neuanfang und die Zukunft machen sollen?
Genauso verdrängen wir auch heute im modernen Computerzeitalter gerne die endlos normalen bis unerträglichen Wartezeiten auf den großen Sommerdurchbruch in den vergangenen Jahren bis Jahrzehnten. Wer erinnert sich auch noch an Schmuddelwetter im Hochsommer ohne selbst gesetzte Höhepunkte draußen beim Feiern im Dorffest, am Grillplatz oder auf der Terrasse – wenn es schlichtweg nicht ging?! Wochenlange Hitzewellen wie etwa im Sommer 2003 oder Juli 2006 (inklusive Fußball-WM-Sommermärchen!) brennen sich dagegen nachhaltig ein und erzeugen den vermeintlichen Eindruck, es wäre eben früher „immer“ so gewesen.
Ein zweiter prägender Faktor gerade heutzutage ist die weit verbreitete Mentalität oder besser: der Irrglaube, dass die Natur auch einen Art „Dienstleistungsverpflichtung“ unserer freizeit-orientierten Gesellschaft gegenüber hätte. Dummer Weise macht aber gerade – und ich meine: Gott sei Dank! – nicht nur der April, sondern gleich das komplette Wetter weltweit, was es will! So müssen wir uns gerade in den so genannten gemäßigten Breiten mit nahezu allen Varianten an Witterungs-abschnitten quer durch das Jahr zu recht und abfinden. Diese naturverbundene Gelassenheit ist in vielen Berufsbranchen und Gesellschaftsbereichen leider vor allem im vergangenen Jahrhundert ziemlich verloren gegangen. Ausnahme bildet – Sie ahnen es vielleicht: die Land- und Forstwirtschaft! Es gilt sich gerade dort im Verlauf der Vegetationszeit und auch in den Wintermonaten entsprechend flexibel re-agierend mit den äußeren Umständen zu arrangieren und gegebenenfalls das Beste daraus zu machen; eine sehr lebensnahe und fast schon philosophisch anmutende Einstellung.
Letzter Punkt ist die schlichtweg „eigene Brille“, durch die jeder von uns – aus praktischen oder egoistischen Gründen – auf hat und/oder aufsetzt. Je nachdem, was ansteht, wird ein bestimmtes Wetter dazu gebraucht. Je nachdem, was an Aktivität stattfindet, wird das Wetter passend oder unpassend empfunden. Und: es gibt so viele unterschiedliche und individuelle Wetter-Empfindungen, wie es Menschen gibt; von Wetter-Empfindlichkeit oder gar Wetterfühligkeit ganz abgesehen! Im Freien ohne körperliche Betätigung bei Wolken, Wind und Regen an einer Bushaltestelle zu warten beeindruckt uns in ganz anderer Weise als über Jahre gewohnt auf dem Feld oder im Wald bei Wind und Wetter anstrengend zu arbeiten und das „schlechte“ Wetter einfach als gegebene Begleiterscheinung hinzunehmen.
Fazit: Hier werden Sie immer wieder zu landläufigen Massenmeinungen und (Fehl-)Einschätzungen in Sachen Wetter informiert und im Zweifelsfalle mit harten klimastatistischen Fakten korrigiert. Schließlich gilt noch immer der bewährte Spruch: Es gibt kein schlechtes Wetter – es gibt nur die falsche Kleidung! In diesem Sinne: machen Sie sich selbst ein Bild – am besten unter www.mr-wetter.de!

